Nova Scotia § 2, Cape Breton und ein Blick in die kanadische Küche

Nein, wir werden uns nicht in endlosen Ergüssen über Vorzüge und Nachteile von Poutine (Mahlzeit mit Pommes, Bratensauce und Käsesauce…) in all seinen Arten und Unarten, auch den gibt es schliesslich heutzutage auch in vegan, ergehen. Aber einen kleinen Abstecher in die kulinarischen Meisterleistungen dieses Gastgeberstaates müssen wir wagen. Die Denise hat uns so eine Art Farmer-Snickers-Balisto Zuckerbombenstengel erstanden. Neben allerhand Stoffen mit langen lateinisch anmutenden Namen war da auch folgende Delikatesse drin: „Blueberryflavoured cranberries“ logisch. Ich meine, wegen der Gesundheit kann man in Kanada bald „Hamburgerflavoured Carrots“ und „Pizzaflavoured Gabbage“ haben. Wenn man sich die Leute aber ansieht, so ist dieser Punkt noch nicht ganz erreicht – oder es ist wie bei uns, die Gesunden wollen nicht betrügen. Im „Ganz Teuer“ Abteil des Foodmarktes gibt es auch die korrekt/intoleranten Produkte, so Reiswaffeln, Quinoa und Chia und sowieso. Aber ich werde mir den Fenchel mit Hotdog-Geschmack sofort gönnen, wenn er denn kaufbar ist. Und dann werden wir alle die gesundesten Menschen der Welt, ohne fades Gemüse essen zu müssen! Wir würzen dann mit Aromat-Flavoured Chia-Samen und ähnlichen Freuden.

Die zweite wundersame Entdeckung heisst Relish. Das ist Gurke gebamixt, also Essiggurke. So, dass sich dass Auge und auch der Gaumen, in Anbetracht der Konsistenz,  noch an die Gurke erinnern können. Dazu natürlich Unmengen Zucker, ein bisschen Chabis und dann noch von diesen Sachen mit langen fremdsprachigen Namen. Echt sensationell, so für aufs Brot, unter den Burger. Erweitert man dann den Stoff noch um Mayonnaise und Zitronensaft, so gibt es die beste Salbe für Fish und Chips. Leider Gottes ist all dieser ach so furchtbar feine Spass so schrecklich ungesund, und macht obendrein noch dick.

Dann, Heldenmut und grosse Taten: Wir haben eine erste Etappe vorwärts gemacht, wir sind jetzt tatsächlich in New Brunswick, was einige hundert Kilometer im Westen bedeutet. Aber wir sind schon wieder nordwärts am durchs nichts fahren (180km geradeaus durch denn Wald), nachdem wir heute morgen einen weiteren Superlativ in unser  Palamares heften drften: Der Welt grösster Tidenhub (auch das aus dem Geographieunterricht, wer erinnert sich? Fundy Bay, Canada…) konnte heute morgen von Denises Fotoapparat dokumentiert werden. Die Bildli folgen dann bei der nächsten Gelegenheit in diesem Artikel da. Mit den Flowerpot Rocks und so, das ist ganz schön berühmt.

Weiter zu Land und Leuten. Die bereisen ihr Land fleissig, und wir wissen auch, weshalb nicht das Tessin (wegen des Weit-Weg gewiss nicht, das beeindruckt hier niemanden): Da darf man nicht feuern! Wenn du in Canada auf einem Campingplatz freiwillig auf die Feuerstelle verzichtest, so rufen sie schon fast die Ambulanz, den psychiatrischen Notdienst. Was auch immer du tust, Campfire ist allen Glückes Grundlage. Und Campen gehen sie, wie das die Art der Extreme hier so verlangt, entweder im Biwakzelt oder im sogenannten Loft. Loft ist eine Bezeichnung, die sich in unser Vokabular einschlich, als diesen Frühling in Genua zwei gigantomanische Wohnmobile neben uns Stellung bezogen. Die waren immens und auf ihnen stand geschrieben „Loft“. Seit da heissen alle Wohnfahrzeuge extraterrestrischer Masse in unserem Sprachschatz „Loft“. Und jetzt kreuzt sich diese Information mit einer weiteren: Die Menschen von hier haben ein Hobby, sie transportieren gerne Fahrzeuge mit Fahrzeugen. So kommt es dann, dass die Kanadische Familie mit ihrem Loft ins Wochenende fährt, ihren Mittelklassewagen hintendranhängt, und zu guterletzt dort noch Fahrräder draufmontiert. Gesehen haben wir die Steigerung davon noch nicht, das wäre dann der angehängte Pickup, an welchem dann die Harley kommt, und auf deren Anhänger  (haben sie ohne Scheiss!!!!) finden sich dann schliesslich die Fahrräder. Aber, sobald wir dies Gefährt sehen, informieren wir.

Dann Fauna. Der Moose. Der grösste unter den grossen hier. Wir, unendlich enthusiastisch auf die Suche nach diesem Tier. 30 km fadengerade waldeinwärts. Denn die Wanderwege hier die gehen schnurstracks irgendwo hin, meistens zu einem Tümpel mit Wasserfall, und dann retour. Nun wir auf so einen Weg. Nichts. Wir auf einen zweiten settigen. Nichts. Dann noch der kleine „There you ll have probably the best chances to see some moose“. Natürlich wieder nichts. Und dann, die gute alte, wartet sie einfach am Autobahnrand, grinst, so als sagte sie „Ätsch, hättet nur anzurufen brauchen“, und mampft gemütlich vor sich hin…

Gestern gab es übrigens ein Chocolate Stout und ein hoppy brou. Prima.

Vorgestern waren wir in Tatamagouche. Das Bier kam aus Tatamagouche und der Cider aus Malalagash. Ich stelle mir die Notiz im Heiratsrödel vor: Fritz aus Malalagash und Vreni aus Tatamagouch…. Wahrscheinlich sind die Partnergemeinden von Antananarivo…

Denise meint, weil mir nichts in den Sinn kommt, sei ich wohl fertig. So wirds wohl sein. Übrigens schreiben wir diese Zeilen in einem Fühstücks-Ketten-à-la-KFC-Laden. Hier gibts Wifi, das geht. Sonst eher selten. Also denn, auf bald…

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